Was zum Kuckuck soll dass hier alles?

Lassen wir uns auf die Geschichte ein.

Ist das dir auch schon mal passiert?

Du sitzt in der U-Bahn, neben dir steigt eine Gruppe Jugendlicher ein und beginnt herumzupöbeln. Einer nimmt einem Kleineren die Mütze vom Kopf und wirft sie durch den ganzen Waggon, ein anderer, ein Hühne mit breiten Schultern und platter Nase, rempelt eine Frau an, die verärgert Platz macht. Du stehst auf, baust dich vor dem Hühnen auf und sagst: "Hey! Lass den Scheiß!"
Der Hüne schaut dich blöd an, spuckt auf den Boden und will dich gegen die Wand schubsen doch damit hast du gerechnet. Flink wie ein Wiesel weichst du aus, lässt ihn mit seinem eigenen Schwung vor die Wand laufen was ihn nur noch wütender macht. Er dreht sich um, ballt die Faust und stürmt auf dich zu, doch auch damit hast du gerechnet und mit Leichtigkeit greifst du nach seinem Handgelenk, drehst es um und ihm den Arm in den Rücken. Er schreit schmerzerfüllt auf, während seine Kumpels mit großen Augen da stehen und sich nicht trauen etwas zu sagen.
Die Türen des Waggons schwingen auf, du schubst den Krawallmacher hinaus und drehst dich zu seinen Freunden um: "Will noch einer Ärger machen?" ... So schnell wie die hast du noch nie Leute einen Zug verlassen sehen. Zufrieden setzt du dich wieder hin, in dir die Gewissheit tragend die Welt wieder mal ein wenig freundlicher gemacht zu haben.

Mal ehrlich: Sowas ist dir noch nie passiert, aber irgendwo in deinem Innern hast du diese, oder eine ähnliche Situation bestimmt schon mal in Gedanken durchgespielt, oder?
Wenn ja, dann bist du eigentlich schon ganz nah an dem gelandet, was wir Rollenspiel nennen. In Gedanken tut es jeder, immer wieder. Was wäre wenn? Was wäre wenn es mir scheiss egal wäre ob mein Chef mich feuert wenn ich ihm sage was für ein Riesenhirni er ist? Was wäre wenn ich mich trauen würde meiner Freundin zu sagen dass die neue Plüschhandtasche furchtbar peinlich aussieht? Was wäre wenn ich an der Stelle des Polizisten dort hinten den Verkehr regeln müsste? Was wäre wenn ich in der Situation des Typen auf der Kinoleinwand wäre?
Kluge Leute haben daraus ein Spiel gemacht: Was wäre wenn ich in einer anderen Zeit leben würde? Was wäre, wenn ich gut mit einem Schwert umgehen könnte? Was wäre wenn ich Held wär?
Rollenspiel ist genau das, man muss diese Gedanken nur noch mit anderen teilen. Man einigt sich auf eine gemeinsame Vorstellungswelt. Beispielsweise Aventurien und das Spielsystem DSA (Das schwarze Auge), in dem die grobe Struktur der Vorstellungswelt beschrieben wird. Jeder Spieler sucht sich eine Figur aus, die er gerne verkörpern würde. In diesem Beispiel einen Helden aus dem Fantasybereich: Hexe, Magier, Krieger, Zwerg ...
Nun braucht es nur noch einen Spielleiter, der die Geschichte erfindet, in der die Spieler Hauptfiguren darstellen sollen und schon kann man sich eigentlich gemütlich an den Wohnzimmertisch setzen und das Abenteuer beginnen lassen.

Immer mehr Leute entdecken den Reiz an dieser Freizeitbeschäftigung, was den Absatz von Rollenspielprodukten in die Höhe schnellen lässt und die Anzahl der Welten auf eine nahezu unübersichtliche Zahl hat steigen lassen. Was darf es sein? Science Fiction? Mittelalter? Gegenwart? Gaslight? 20er Jahre? Horror? Intrigen? Krimi? Für jeden ist etwas dabei.
Nur schade halt, dass dieses Hobby, wie alle anderen Hobbys auch, viel zu viel Zeit verschlingt.
Spätestens im Berufsleben wird es immer problematischer, die Spieler einer Runde regelmäßig an einem Ort zusammenzukriegen. Dass heutzutage oftmals wegen Job oder Studium umgezogen wird, erleichtert die Sache keinesfalls und so hat sich mit aufkommen des Internets auch die Idee entwickelt, dieses Medium zu nutzen und in Chat und Forum weiterzuspielen.

Genau aus diesem Grund existiert das Dornenreich. Es soll Spielern eine Plattform geben, sich auch ausserhalb des Tischspiels auszutauschen. Ob nun im Chatspiel oder Forenspiel, oder auch ganz normal beim Quatschen im OOC(Out Of Character) -Channel oder in unseren zahlreichen OOC Foren, Rollenspieler und Interessierte sollen sich treffen, auch wenn sie eigentlich hunderte von Kilometern voneinander entfernt sind.

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